Starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität
Die Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) stellt ihre gesamte Busflotte von klassischem Diesel auf den synthetischen Dieselkraftstoff HVO100 um. Oberbürgermeister und NVG-Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Aumann, Landrat und stellvertretender NVG-Aufsichtsratsvorsitzender Sören Meng sowie NVG-Geschäftsführer Pascal Koch haben über die Umstellung im Rahmen einer Pressekonferenz am 2. April informiert.
OB Aumann: NVG stellt alle 68 Busse auf HVO100 um
„Die Umstellung aller 68 Busse der NVG auf den umweltschonenden Treibstoff HVO100 spart 3.500 Tonnen CO2 jährlich ein. Diese Maßnahme ist nur ein Teil der Klima-Offensive für Neunkirchen, die unser Stadtrat bereits vor Jahren beschlossen hat. Die Klima-Offensive umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um das Klima zu schützen und Energie einzusparen. Die NVG leistet mit der Umstellung des Treibstoffs einen wichtigen Beitrag“, sagte Oberbürgermeister Aumann."
Landrat Meng: Starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität
„Mit dem flächendeckenden Einsatz von HVO setzen wir im Landkreis Neunkirchen ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität – und das erstmals in dieser Breite. Mein besonderer Dank gilt dem engagierten Team der NVG, das diesen wichtigen Transformationsprozess aktiv unterstützt und mit viel Überzeugung vorantreibt. HVO ist kein Kraftstoff von gestern – sondern eine echte Chance für heute: klimafreundlicher, effizienter, sofort einsetzbar. Eine Brückentechnologie, die hilft, die Umwelt zu entlasten und gleichzeitig Mobilität zu sichern“, sagte Landrat Meng.
Was ist HVO 100?
Das Kürzel HVO steht für die englischen Begriffe „Hydrotreated Vegetable Oils“. Das lässt sich als hydriertes Pflanzenöl übersetzen, da mit Wasserstoff behandelte Pflanzenöle die Basis dieses Diesel-Kraftstoffes bilden. Neben den Pflanzenölen kommen auch Abfälle, weitere Öle und Fette aus Reststoffen – wie etwa gebrauchtes Speiseöl – zum Einsatz. Diese Öle werden durch eine Reaktion mit Wasserstoff – der sogenannten Hydrierung – in Kohlenwasserstoff umgewandelt.
NVG erfüllt bereits heute Vorschriften, die erst ab 2030 gelten
„Mit der Umstellung auf HVO 100 erfüllen wir bereits heute Vorschriften, die erst ab 2030 gelten. Damit erhalten wir einen hohen Ertrag bei nahezu keinen Investitionskosten: An den Fahrzeugen und unseren Zapfsäulen war überhaupt nichts umzustellen. Lediglich den Tank auf unserem Betriebsgelände haben wir erneuert, da dieser ohnehin in die Jahre gekommen war“, sagte NVG-Geschäftsführer Pascal Koch.
Gesetzlicher Hintergrund
Hintergrund der Umstellung auf den neuen Kraftstoff ist die europäische Clean Vehicle Directive (CVD). Die CVD besagt, dass bis 31. Dezember 2025 45 Prozent und bis 31. Dezember 2030 65 Prozent der Busse „sauber“ betrieben werden müssen. Die Umsetzung der CVD regelt in Deutschland das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz. Der Bundestag hat das Gesetz am 22. Februar 2024 novelliert und Gas-to-Liquid-Kraftstoffe als „sauber“ klassifiziert. Zu diesen Gas-to-Liquid-Kraftstoffen zählt auch HVO100. Somit erfüllt die NVG die 65 Prozent-Vorgabe, die ab 31. Dezember 2030 gilt, bereits heute zu 100 Prozent.
Weitere Informationen zu HVO100: Karlsruher Institut für Technologie, https://www.refuels.de/563.php